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> 한국괴테학회 > 괴테연구 > 21권 0호

괴테연구검색

Goethe-Yongu


  • - 주제 : 어문학분야 > 독문학
  • - 성격 : 학술지
  • - 간기: 연간
  • - 국내 등재 : KCI 등재
  • - 해외 등재 : -
  • - ISSN : 1229-7127
  • - 간행물명 변경 사항 :
논문제목
수록 범위 : 21권 0호 (2008)
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G. W. F. Hegel hielt die moderne Welt seiner Zeit fur "prosaisch", wo es kein episches Zentrum im Sinne von Homers altgriechischer Welt mehr geben konnte. Seiner Ansicht nach war die moderne Welt des 19. Jahrhunderts schon durch die Arbeitsteilung zerstuckelt und entfremdet. In der Krise habe der moderne Roman, so Hegel, als eine "burgerliche Epopoe" die Aufgabe ubernommen, die verlorene Totalitat der Welt zu gestalten. Das ewige Thema des Romans sei "der Konflikt zwischen der Poesie des Herzens und der entgegenstehenden Prosa der Verhaltnisse sowie dem Zufalle außerer Umstande". Auch G. Lukacs war als Hegelianer der gleichen Ansicht und entwickelte seine eigene asthetische Theorie des Romans. Darin fundierte er Ironie und Symbolik als asthetische Formprinzipien und gab ihnen den Auftrag, die moderne Welt in der Verdinglichung und Entfremdung perspektivisch zu gestalten. Zuerst, d.h. bei der Ironie als asthetischem Formprinzip geht es um Hegels Dialektik, in der sich das individuelle Bewusstsein wegen seiner Beschrankheit immer wieder fur das Ganze der Gesellschaft aufhebt. Der Leser eines Romans kann beispielsweise an der wiederholten schicksalhaften Negation des Helden seine soziale Bestimmtheit, d.h. seine Subjektivitat erkennen. Die Ironie bietet somit das utopische Moment, die unversohnte Differenz zwischen dem Subjekt und dem Objekt am Gegenstand zu verringeren. Auch bei der Symbolik geht es um die Moglichkeit, das Individuum mit dem Ganzen der Gesellschaft ubereinzustimmen. Das symbolische Teilbild eines Romans lasst in dem Besondern das Allgemeine schauen, aber auch in diesem Fall lasst sich das Ganze trotz der Sinnlichkeit des kunstlerischen Gegenstandes bloß evozieren, also nie restlos erfassen. Im Roman J. W. v. Goethes Wilhelm Meisters Lehrjahre wird, nach meiner Meinung, durch Ironie und Symbolik die Erkenntnis der Totalitat des Subjekts in der modernen Welt bezweckt. Auch wenn der Held Wilhelm Meister wegen seiner subjektiven Vorstellungen immer wieder Fehler macht und somit schicksalhaft zum Scheitern bestimmt ist, kommt er langsam aus seiner narzisstischen Vorstellungswelt heraus und lernt die Gesellschaft als Objektiv-Wahres kennen. Ihm begegnen viele gut gesinnte kunstlerische und aufgeklarte Menschen, die ihn allerseits belehren: etwa die Schauspieler in der Theatertruppe wie Philine als ein lustig von allen Dingen distanzierter spielerischer Geist, Aurelie als eine von Liebeskummer gefangene traurige Frau, Mignon als eine mysthisch Sehnsuchtige, und auch die `schone Seele` als eine den lieben Gott in der Natur empfindende fromme Glaubige, sowie nicht zuletzt die hilfsbereiten Frauen und die intellektuellen Manner in der aufgeklarten adligen `Turmgesellschaft`. All die Geschehnisse der Begegnungen werden von dem narrativen Geist des Autors zu einem umfangreichen Ganzen geweben: in die letzte `Turmgesellschaft` mundet nicht nur das Rationale und Erhabene, sondern auch das Irrationale und Niedrige des alltaglichen Lebens, wenn sie uberhaupt zur Bildung der Menschen beitragt. Die so durch Ironie und Symbolik evozierte Totalitat der Gesellschaft macht das personliche Einzelne zu einem sinnvollen Teil des organischen Ganzen der Gesellschaft, wie das auch durch die Verwandtschaft und vielfachen Eheschließungen nochmals bestatigt wird. Diese Gemeinschaft reprasentiert die klassische Idee Goethes, die Verdinglichung und Entfremdung der modernen Menschen zu uberwinden.

손님, 경계넘기의 현상형식 -손님으로서의 메피스토와 파우스트, 이피게니에 그리고 괴테

정현규 ( Hyun Kyu Jung )
한국괴테학회|괴테연구  21권 0호, 2008 pp. 31-50 ( 총 20 pages)
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Die Grenze liegt uberall, und sie ubernimmt die Funktion, Innen/Außen oder Ich/Das andere zu unterscheiden. Aber oft hat sie die Tur oder die offene Stelle, die Kommunikation zwischen Innen und Außen zu ermoglichen. Der Gast ist ein sozialer Indikator, der empfindlich das Ausmaß der Kommunizierbarkeit von dieser Grenze auf sich schreiben lasst. Aber der Stand des Gastes ist sehr unstabil und sein Recht kann abrupt entzogen werden. Mephisto z. B., der als Gast/schwarzer Puddel ins Fausts Zimmer eingetreten ist, wird das Gastrecht einfach genommen, weil Faust sein Heulen und Bellen nicht leiden kann. Faust duldet auch nicht die kleine Hutte von Philemon und Baucis und laßt sie mit einem Wanderer verbrennen, fur seine makellose Utopie, die aber dadurch ein Name des Unvermogens wird, das das Fremde in sich nicht aufnehmen kann. Trotz all diesen negativen Beschreibungen bietet Goethe viele positive Erscheinungsformen des Gastseins an. Er selbst war sein Leben lang ein Gast in Weimar und als denjenigen bekennt er sich auch gerne im Bereich der Wissenschaften (Farbenlehre, Wolkenlehre, die Lehre der Pflanzen und Tiere). Zu Folge dieses Selbstverstandnisses werden die Erscheinungsformen des Gastseins auch in seinen Werken vielerlei thematisiert, namlich in der Form des Ubersetzers, der Frau (Iphigenie) und letztendlich des Kunstlers. Bei der Ubersetzung handelt es sich um die `Offnung-Kommunikation-Kreuzung-Entgrenzung`, die ein neues Organ in unserm "armen Ich" offnet. Bei Iphigenie, die zugleich Frau und Gast ist, wirkt die Lage trotz der doppelten Qual als ein Wundermittel fur eine Gesellschaft, die von der Außenwelt vollig barrikadiert ist, weil sie in die Machtbeziehung nicht integriert werden kann und paradoxerweise dadurch einen Beitrag leistet, dem Land Anderungen zu bescheren. Beim Kunstler geht es um die Rolle als "Sand im Getriebe des gesellschaftlichen Selbstverstandnisses", namlich als ein reibungsvolles Wesen innerhalb der Gesellschaft. Bei all diesen Erscheinungsformen ist von der unstabilen "Einheit der Nahe und Entferntheit" die Rede, in der das Gastgebersein gepruft wird.

근대와 타자성 -근대담론과 여성의 정체성: 괴테의 『빌헬름 마이스터의 수업시대』

홍길표 ( Kil Pyo Hong )
한국괴테학회|괴테연구  21권 0호, 2008 pp. 51-70 ( 총 20 pages)
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Im Vorliegenden handelt es sich um die Problematik der Identitat und Alteritat als ein gesellschaftlich-kulturelles Phanomen in dem literarischen Diskurs der Moderne, wobei das Augenmerk auf die Gestaltung und Darstellung der weiblichen Figuren, also der weiblichen Identitat in Goethes Roman Wilhelm Meisters Lehrjahre gerichtet wird. Man betrachtet Wilhelms Bildungsgeschichte meistens im Rahmen der Beobachtung der Identitatssuche eines burgerlichen Protagonisten innerhalb der modernen Gesellschaft. Bei dieser Lekture wird die `einfache` Tatsache nicht ernstgenommen, dass es beim Protagonisten um eine mannliche Figur geht, also nicht um eine weibliche. Das heißt, das Augenmerk wurde auf die soziale Herkunft des Romanhelden gerichtet, nicht aber auf die geschlechtliche, wobei die Identitatsproblematik als die Problematik eines Menschen als eines burgerlichen Gesellschaftsmitgliedes universalisiert wurde. In dieser Arbeit gilt es aufzuzeigen, dass bei der Suche der Identitat des Romanhelden die Geschlechtsidentitat oder die Geschlechterdifferenz eine wichtige Rolle spielt. Es wird aufgezeigt, dass es zwischen beiden Geschlechtern eine ideelle Grenze gezogen wird, wahrend diese Grenzziehung die Konstituierung der Logik des Ausschließens bedeutet. Das Ziel dieser hegemonialen Unterscheidung besteht m. E. in der Darstellung/Konstituierung des mannlichen Helden der Moderne als des Subjekts der Geschichte und der Vernunft.. Das Interesse gilt der anhand der zwei weiblichen Figuren, namlich Mignon und der sogenannten `schonen Seele` dargestellten Weiblichkeit, die als das Andere/Fremde in der fundamentaler Opposition zum Mannlichen steht.
5,800
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`Gender` bedeutet dem biologischen Geschlecht (`Sex`) gegenuber die kulturell und gesellschaftlich bedingte Geschlechtsidentitat, die relativ flussig ist und standig der Negotiation unterworfen ist. Die Verlobung in St. Domingo (1811) zeigt, wie ein Mestizen-Madchen namens Toni, uber dessen Rassen- und Geschlechtsidentitat bei dem "Fremden" Unsicherheit herrscht, eine `weiße Frau` wird. Die Forschung hat bereits herausgestellt, daß dies auf performative Weise geschieht: durch die Nachahmung eines der beiden "Weiblichkeitsmuster"-"ein Schreck- und ein Vorbild" (Weigel)-, die der "Fremde" ihr vorgibt, und durch die Erklarung: "Ich bin eine Weiße". Weigel erkennt im Tode des Madchens den "Effekt der Verkorperung eines Frauenbildes", das Konzepte aus dem Diskurs uber das weibliche Geschlecht im 18. Jahrhundert zitiert. Meine Frage ist nun: Was hat "im Lauf einer einzigen Nacht ihre [Tonis] Gedanken so plotzlich" umgewandelt?, wie sie sich in der Erzahlung die Mutter Babekan stellt. Den "gesellschaftlichen Druck" (Butler), unter dem sich der Theorie zufolge die Gender-Performanz vollzieht, empfangt Toni in viel starkerem Maße von ihrer `schwarzen` Mutter (es droht ihr die "Todesstrafe"). Es ist die Liebe, und man muß annehmen, daß diese dem gesellschaftlichen Druck gegenuber ein Vakuum bildet, das zugleich als ein Transitraum fungiert. Fur den Ubergang Tonis zu einer neuen Identitat ist aber entscheidend, daß die Liebe sogleich mit Gewalt gekoppelt wird, d. h. daß die Liebe sofort in der Ehe bzw. Verlobung institutionalisiert und funktionalisiert wird. Die burgerliche Ehe beruht auf dem asymmetrischen Verhaltnis von Mann und Frau, das die nicht sklavische, sondern freiwillige und solidarische Aufopferung der Frau beinhaltet. Der Geschlecktsakt ahnelt so einem Opferritual, nach dem Toni "wie eine Leblose" ist. Schließlich beweist die Hinrichtung Tonis durch Gustav die der Ehe inharente Gewalt. Wahrend Toni hinsichtlich ihrer Identitat bei dem Fremden nur Unsicherheit hervorruft, ist in Penthesilea (1808) die Amazonenkonigin fur die Griechen als grenzuberschreitende Figur ein `Schreckbild`. Die Amazonen sind "dem Geschlecht der Manner nicht mehr dienstbar". Der Frauenstaat kennt aber kein symmetrisches Geschlechterverhaltnis, sondern steht nur in einem spielgelverkehrten Verhaltnis zum Mannerstaat. Statt der Ehe ist hier das "Rosenfest" die Institution der Liebe, die auf der Aufopferung eben das anderen Geschlechts aufgebaut ist. So ist fur Achilles und Penthesilea die Liebesvorstellung beiderseits zugleich mit Gewalt verknupft. Wenn die Liebe aber, anders als in der Erzahlung, hier nicht sogleich in die Ehe (bzw. Rosenfest) ubergeht, liegt das an den zwei gleichen Machtanspruchen. In dieser Konstellation entfaltet sich die Liebe in ihrem vollen Umfang. Zunachst bewirkt sie den Identitatsverlust (Vakuum). Vom Blick der sterbenden Penthesilea "im Inersten getroffen" "entwaffent" sich Achilles und unterwirft sich Penthesilea; Penthesilea genauso, "in dem Innersten getroffen", fragt sich: "Was bin ich denn seit einer Hand voll Stunden?", erklart sich fur "die Uberwundene, Besiegte" und unterwirft sich Achilles. Die Liebe ist ein Topos, an dem keine binaren Oppositionen ("Kraft bloß und ihren Widerstand", weiblich und mannlich, Liebe und Haß) herrschen, sondern ein Prinzip der Paradoxie (also ein "Drittes"): so stellt Luhmann die verschiedenen Paradoxien, die die Liebe als Passion codiern, folgendermaßen dar: "erobernde Selbstunterwerfung, gewunschtes Leiden, sehende Blindheit, bevorzugte Krankheit, bevorzugtes Gefangnis, sußes Martyrium". Die Liebe als "Passion" mundet in "die Maßlosigkeit, den Exzeß", bei Penthesilea: ihr Zerreißen Achills, was aber Kleist durchaus positiv bewertet (Prothoe lobt Penthesilea als "die gesunde Eiche"). So wird die Liebe als Passion, Penthesileas dionysischer Zustand in Liebe, bei Kleist eine utopische Vision-wie spater bei Nietzsche und Musil-, hier in Hinblick u.a. auf eine andere Geschlechter-Ordnung, an der sich die Gender-Negotiation ausrichten soll.

한-독 성장소설 비교연구 (1) -독일 성장 소설의 통시적 전개와 비교문학적 함의들

이창남 ( Chang Nam Lee )
한국괴테학회|괴테연구  21권 0호, 2008 pp. 89-110 ( 총 22 pages)
6,200
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Die Tradition des deutschen Bildungsromans im 18. Jahrhundert bildet sich einerseits unter dem Einfluss des barocken Entwicklungsromans, andererseits des Rousseauschen Erziehungsromans heraus. Bei der Bestimmung des Bildungsromans durch Karl Morgenstern und Wilhelm Dilthey als typisch deutsches Genre zeigt sich zum Teil die kulturell strategische Absicht, eine eigene, sich von anderen Kulturen unterscheidende Kulturtradition bilden zu wollen, fur die die Gattung des Bildungsromans als konstitutives Element vorgestellt wird. Dazu muss man jedoch bemerken, dass die Bildungsromane des 18. Jahrhunderts zwar die typisch deutsche Bildungsidee enthalten, die parallel zur idealistischen Philosophie entwickelt wurde, dennoch sind gerade in der Anfangsphase des Genres Einflusse von außerhalb nicht zu ubersehen. In der vorliegenden Arbeit wird also der Ursprung des deutschen Bildungsromans mit Rucksicht auf sowohl eigene als auch fremde Einflusse aufzufassen versucht, wodurch die Untersuchung der Gattung auf das Feld der Komparatistik ausgeweitet wird. Anschließend wird die Entwicklung der Gattung vom 18. bis zum 20. Jahrhundert im Zeichen der Auflosung der Bildungsidee und ihrer Kunstform dargestellt. Paradoxerweise entwickelt sich namlich der Bildungsroman des 18. Jahrhunderts zu den Anti-Bildungsromanen des 20. Jahrhunderts. Mehrere Grunde fur die Auflosung der Bildungsidee und ihrer Kunstform werden dabei angedeutet, die zur Herausbildung des Anti-Bildungsromans fuhren: Die Industrialisierungstendenz, der sich die traditionelle Bildungsidee nicht anzupassen vermochte, sowie der Erste und der Zweite Weltkrieg, in denen die burgerlichen Bildungsidee keine positive Rolle mehr spielte oder sogar manchmal unter den ideologischen Verdacht der Verschleierung negativer gesellschaftlicher Prozesse geriet. Dies wurde nicht nur von Theoretikern, sondern auch von Schriftstellern kritisiert und gilt als Grund fur die Herausbildung einer Gegentendenz zur traditionellen Bildungsidee. Kafkas Amerika, Hesses Steppenwolf, Grass` Blechtrommel und Hundejahre werden als Beispiele solcher Anti-Bildungsromane dargestellt, die gemeinsam Goethes Wilhelm Meisters Lehrjahre parodieren und das traditionelle Bildungsideal in Zweifel ziehen. Das bedeutet aber nicht das Ende der Gattung, da sowohl in als auch außerhalb von Deutschland nach wie vor Romane geschrieben werden, die dieBildung der Jugend zum zentralen Motiv machen. Zum Abschluss der Arbeit wird auf der Gattung nahestehende Werke in Amerika und Asien (besonders Korea) verwiesen, die zwar nicht ganz dem Typus des deutschen Bildungsromans entsprechen, jedoch die Entwicklung der Jugend gemaß der eigenen kulturhistorischen Situation schildern. Dabei werden komparatistische Untersuchungsmoglichkeiten angedeutet, die zu einem fruchtbaren interkulturellen Vergleich anregen sollen, durch den wiederum sich eine neue internationale Bildungsidee in der postmodernen Kulturwelt herausbilden konnte.

횔덜린의 찬가 「이스터 강 Der Ister」 -문화지리학적 관점에서 읽기

장영태 ( Young Tae Chang )
한국괴테학회|괴테연구  21권 0호, 2008 pp. 111-140 ( 총 30 pages)
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In den Gedichten Friedrich Holderlins nach 1800 ist eine intensive Beschaftigung mit geographischen und landschaftlichen Gegenstanden des heimatlichen, suddeutschen Raumes zu beobachten. Besonders in den Stromhymnen lasst sich die Orientierung an der geographischen Gliederung, also eine Abbildungslogik der kartographischen Darstellung als eine der auffalligsten poetischen Verfahrensweisen in dieser Schaffensphase Holderlins. Er entwickelt am poetischen Ausgangstext ein Modell, in dem zeitgenossisches Wissen aus den Bereichen Geologie, Geographie, Meteorologie und Hydrographie zusammengezogen wird. Darin wird die kulturgeschichtliche Bedeutung der Gewasser mit ihrer Naturgeschichte verbunden, mit den Vorgangen also, die allererst zur Herausbildung markanter Flußlaufe fuhrten. In der Ister verknupft Holderlins poetische Gestaltung beides, also die kulturelle Geographie wie die ihr vorausgehenden geologischen oder geogenetischen Prozesse, nun mit einem dritten Bereich, dem neuen Horizont seiner spaten Poetik, die sich u. a. in seinem Bohlendorff-Brief artikuliert. Der Donauverlauf auf der Ost-West-Achse und mit vielen Hindernissen und Umwegen versinnbildlicht ein harmonisches Ganzes, in dem der Antagonismus zwischen dem griechischen und dem hesperischen aufgehoben ist. Die Poetisierung der vertrauten heimatlichen Landschaften als eines konkret erfahrenen Raumes, wie sie in der Ister erfolgt, kennzeichnet Holderlins vaterlandische Umkehr zur hesperischen Nuchternheit und bietet einen sicheren Halt gegen die Sehnsucht nach der selbstvernichtenden Entgrenzung, die Holderlin als Existenz bedrohende Gefahr erkannte. In diesem Sinne ist die poetische Landschaft des “Isters” als ein Mnemotop zu charakterisieren und hat also die Funktion des Erinnerns an der dichterische Wanderung nach der griechischen Antike und zuruck zur hesperischen Heimat der Gegenwart.

소설이론의 소설 「루친데」 연구

최문규 ( Moon Gyoo Choi )
한국괴테학회|괴테연구  21권 0호, 2008 pp. 141-167 ( 총 27 pages)
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Schlegels einziger Roman Lucinde gilt als Roman der fruhromantischen Romantheorie par excellence, dessen Form fast wie eine Mischung von Schlusselroman und Kunstroman ist, wie W. Benjamin einmal A. Bretons Roman Nadja so genannt hat. Obwohl der Inhalt des Romans die fruhromantische Liebesauffassung beschreibt, lasst sich doch zugleich auch die fruhromantische Romantheorie als Hauptinhalt des Romans ablesen. Uberblickt man die Rezeptionsgeschichte der Lucinde, so kann man leicht feststellen, dass sie eine ungluckliche, unrechte Kritik erfahren hat. Vor allem zeigten Schiller und Hegel die unverhohlene Feindseligkeit gegenuber der "formlosen, bewußtlosen Poesie" der Fruhromantik. Sie behielten die konservative asthetische Perspektive, d.h. den Geist der Kongruenz von Literatur und Wirklichkeit, Form und Inhalt im Auge. Aber es ist die bedeutsame Errungenschaft der Fruhromantik, dass sie nicht nur gesellschaftlich-moralische Ordnungen und Werte uber den Haufen wirft, sondern auch asthetisch-innovative Formen experimentiert, die erst nach einem Jahrhundert in den modernen Kunstwerken von Avantgarde und Expressionismus zu finden sind. Die Lucinde als "asthetische Ungeheuerlichkeit bzw. Mißgeburt" oder "asthetischer Frevel" wird eigentlich durch das Prinzip von Chaos, Verwirrung und Phantasie konstruiert, deren asthetische Form nichts anderes als die Arabeske ist, die in Schlegels Schrift Gesprach uber die Poesie so mehrmals betont ist. Sowohl durch die Mischung der verschiedenen Formen wie Essay, Dialog, Reflexion, Erzahlung, Brief etc., als auch durch die allegorische Sprache und Figuration wird die fruhromantische Romantheorie im Roman selbst dargestellt und thematisiert. Dies entspricht gerade der Selbstbespiegelung der Poesie, d.h. der Poesie der Poesie. Die Lucinde hat insofern eine enorme antizipatorische Kraft, als sie ihrer Anlage und Gestalt nach verschiedenen Romanen des 20. Jahrhunderts naher verwandt ist. Hatte man doch fruher ihre modernen asthetischen Aspekte gefunden und anerkannt, so hatte sie mehr Einfluss auf Produktion und Rezeption der Kunst ausuben konnen.
6,400
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Johann Wolfgang von Goethe(1749-1832), der Kleists Talent niemals in Frage gestellt hat, hat das Resumee gezogen: Mir erregte dieser Dichter immer Schauder und Abscheu, wie ein von der Natur schon intentionierter Korper, der von einer fast unheilbaren Krankheit ergriffen ware. Iphigenies hochgradig verinnerlichte Weiblichkeit, ihre Gefuhl-und Seelenhaftigkeit gilt Goethe als Fundament ihrer Humanisierungsfunktion und Kernpunkt der Losung des Konfliktes mit Thoas, dem Tauris-Konig. Kleists Penthesilea hingegen als Tragerin eines modernen Bewußtsein ist ebenso sinnlich-extrovertiert wie kampferisch-gewaltsam. Penthesilea kampft um Sieg gegen Achilles, den Greek-Kommandeur. Kleists Penthesilea-Figur antwortet auf Goethes Iphigenie in eben Sinn, daß sie deren Aufhebung des mythischen Gewaltzusammenhangs allein durch die Tat des Wortes zur Illusion erklart. In der Frauengeschichte, d. h. in der Hysterie ist Iphigenie als eine vergeistigte Figur immer noch die Heilige oder die schone Seele. Es geht nicht um ihren Korper bzw. ihre Sexualitat, sondern ihren Geist oder ihre Seele. Penthesilea hingegen kampft um die gewaltsame Wiederkehr einer unter den Bedingungen der aufgeklarten Moderne rationalistisch unterdruckten Natur. Es handelt sich um den von der Historie unterdruckten und mißgestalteten Korper. In dem neuen `dialektischen Spielraum, der sich auf die Lacans `reale` Welt bezieht und wo Deleuzes Logik des Sinnes funktioniert, ist es erst moglich, zwei gegensatzliche Achsen gleichzeitig zu sein und sich wechselseitig zu helfen. Dort werden die begrifflichen und metaphorischen Subjekt-Objekt-Verhaltnisse unauhorlich aufgehoben. Das Prinzip der Moderne-Inkongruenz von Subjekt und Objekt, Dominanz des Subjektiven uber das Objektive, und Tendenz der Subjektivitat zur Besetzung resp. Vereinnahmung der Objektivitat im Bestreben, die Trennung zu uberwinden-ist unfahig und impotent geworden. In solchem Raum laßt sich ein neues Frauenbild im neuen `dialektischen` Sinne rekonstruktieren. Zwei Naturen, die Penthesilea und Iphigenie anschaulich extrem widerspruchlich vertreten, sind dafur notwendige, eigentumliche, und gleichwertige Elemente, eins fur das korpliche Teil und anders fur das geistinge und seelische. Die beiden sind der Hysterie, der Sphare der Frauen zugehorig, bewegen sich unaufhorlich, und mischen sich dem Proseß der Historie ein, mit der Absicht, auf die ganz weibliche Weise die Historie anzusprechen und auf eine Bremse zu treten.

동독의 귀환 -통일 이후 독일의 가치관 변화

김누리 ( Nu Ry Kim )
한국괴테학회|괴테연구  21권 0호, 2008 pp. 193-221 ( 총 29 pages)
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Das vereinte Deutschland ist eine historische Buhne geworden, auf der ebenso ein gewaltiger Wertwandel als Folge gesellschaftlicher Wandlungprozesse wie umgekehrt gleichzeitig ein gewaltiger gesellschaftlicher Wandel als Folge von Prozessen des Wertwandels von statten gehen. Besonders im Osten, der mit dem Zusammenbruch der DDR einen tiefgreifenden System- und Kulturbruch erfahren musste, nahm der Wertwandel komplizierte Formen an. Angesichts jenes Wertbruchs, in dem die Werteinstellungen, die in der Zeit der DDR 40 Jahre lang das Selbstbewusstsein und die Identitat der Ostdeutschen konstituiert hatten, eine vollstandige Abwertung erfuhren, sah sich die ostdeutsche Bevolkerung vor die Wahl gestellt, entweder die westdeutschen Werte einfach zu ubernehmen, oder- in ruckwartsgewandter Form- an den eigenen Wertmaßstaben einer vergangenen Zeit festzuhalten, oder aber als dritte Moglichkeit ganz neue eigene Wertorientierungen auszubilden. Den komplexen, sich zwischen diesen Alternativen entfaltenden Prozess des Wertwandels im vereinten Deutschland seit dem Vollzug der staatlichen Einheit zu untersuchen, ist das Ziel der vorliegenden Arbeit. Diese Arbeit geht dabei von der Erkenntnis aus, dass die deutsche Vereinigung einen unerwarteten, erstaunlichen Wandel der Werteinstellungen im Westen wie im Osten hervorgebracht hat, und versucht drei Hypothesen zu belegen. Die erste besagt, dass die ursprunglich ostdeutschen Werteinstellungen sich im Laufe der Zeit eher verstarkt als abgeschwacht haben. Die zweite Hypothese behauptet, dass es dabei unverhofft zur Geburt einer neuen ostdeutschen Identitat gekommen ist, wahrend im Rahmen der dritten Hypothese angenommen wird, dass die beschriebenen Wandlungsprozesse allmahlich in eine Konvergenz der Wertorientierungen von West- und Ostdeutschen munden. Besonders beachtenswert sind dabei zwei Erscheinungen: Im Westen wie im Osten nimmt zunachst die Wertschatzung von Freitheit stetig ab, wahrend die Akzeptanz des Wertes der Gleichheit immer weiter ansteigt. Die Zufriedenheit mit der westdeutschen Demokratie verringert sich ferner im Westen wie im Osten immer mehr. Ich habe den Grund fur diese Konversion der ost- und westdeutschen Werteinstellungen im Hinblick auf drei Faktoren hin untersucht und analysiert: Globalisierungs-, Nomadisierungs- und Kolonialisierungsfaktor. Die sich bestandig und robust konsolidierende ostdeutsche Identitat bildet dabei den entscheidenden Faktor, der zunachst den ostdeutschen, dann den westdeutschen und schließlich den gesamtdeutschen Wandel der Werteinstellungen herbeigefuhrt hat. Die Ostidentitat hat sich ihrerseits aus der anfanglichen Trotzidentitat uber das Zwischenstadium einer Abgrenzungsidentitat hin zu einer reifen, kritischreflektierenden Identitat entwickelt. Als Folge des Wandels von Werteinstellungen und Identitaten ist das vereinte Deutschland zu dem geworden, was Klaus Schroder als `die veranderte Republik` bezeichnet: Es ist eher linker geworden als rechter, eher staatsorientiert als marktorientiert. 20 Jahre nach dem Mauerfall steht die Bundesrepublik vor dem Scheideweg: Ob sie auf der Grundlage der an Gleichheit und sozialer Gerechtigkeit ausgerichteten neuen Wertorientierungen die durch die wirtschaftliche Globalisierung verursachte gesellschaftliche Krise uberwinden kann oder sich schließlich doch den neoliberalen Werten unterwerfend in den sozialen Freitod sturzt, bleibt zu diesem Zeitpunkt eine offene Frage.

되블린의 시오니즘 비판과 현대 유대교의 미래

김희근 ( Hee Geun Kim )
한국괴테학회|괴테연구  21권 0호, 2008 pp. 223-242 ( 총 20 pages)
6,000
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Ziel der vorliegenden Studie ist es, Doblins Judentum im Hinblick auf seine Stellung zum Zionismus und sein Alternativprogramm naher zu untersuchen. Seine Nahe zur judischen-nationalen Bewegung blieb unverkennbar Es geht aber zu weit, wenn man seine Einstellung in die Nahe vom zionistischen Territorialismus ruckt und mit der politischen Erklarung des Judenstaats in Palastina vergleicht. Das Erwerb der besiedelbaren Territorien war fur ihn nicht der Ort, um das judische Befreiungsprojekt zu realisieren. Er war ein assimilierter Jude, der in der Reflexion auf die Widerspruche der Welt erfuhr, dass die Westjuden in der judischen wie assimilierten Umwelt entfremdet waren. Aus Formen des Zionismus kann das Gelingen der judischen Emanzipation nicht garantiert werden, weil sie lediglich eine korperliche Erlosung und einen gefahrlichen Nationalismus, der als das Hindernis auf dem Weg zur Integration mit der Welt betrachtet wird, bedeutet. Mit der Einsicht in die Unlosbarkeit des Problems richtete er den Blick auf die judische Tradition. Wichtiger noch als die Territorien erschien ihm die Bewahrung der judischen Identitat und damit der judischen Tradition. Er nahm die religiose Wesen wie Humanitat und Zusammenleben mit der Umwelt als Anregung und ließ sie im Mittelpunkt seiner Bauplane des Judenstaats stehen.
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