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> 한국괴테학회 > 괴테연구 > 28권 0호

괴테연구검색

Goethe-Yongu


  • - 주제 : 어문학분야 > 독문학
  • - 성격 : 학술지
  • - 간기: 연간
  • - 국내 등재 : KCI 등재
  • - 해외 등재 : -
  • - ISSN : 1229-7127
  • - 간행물명 변경 사항 :
논문제목
수록 범위 : 28권 0호 (2015)

대립과 고양의 원칙 -『빌헬름 마이스터의 수업시대』

김용민 ( Yong Min Kim )
한국괴테학회|괴테연구  28권 0호, 2015 pp. 5-24 ( 총 20 pages)
6,000
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Goethe benotigte 20 Jahre fur die Fertigstellung von Wilhelm Meisters Lehrjahre. Dieser Zeitraum, in dem Goethe das Buch verfasst hat, stellt gleichzeitig eine Anfangsphase des modernen, burgerlichen und kapitalistischen Zeitalters dar. Goethe konnte die neuen Werte der Moderne, die unaufhaltsam in seine Welt eindrangen, weder vorbehaltlos akzeptieren noch vollig verneinen. Stattdessen setzte er sich mit seiner Zeit auseinander, indem er in seinem Roman die alte und neue Welt gleichzeitig reflektierte. Wilhelm vertritt am Anfang die alte Welt der Poesie und des Theaters, aber landet am Ende in der Turmgesellschaft, die die Werte der Moderne, d.h. der Vernunft und Rationalitat reprasentiert. Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass er in die neue Welt vollig integriert ist oder sich die Idee der Moderne als die seinige angeeignet hat. Er halt bis zum Ende des Romans eine kritische Distanz zur Turmgesellschaft. Als Gegensatze zur Turmgesellschaft laßt Goethe Mignon und den Harfner auftreten, die die Welt des Mythos und der Natur verkorpern. Allerdings konnten beide ihre Werte nicht gegen die neuen verteidigen, sondern gehen an ihnen zu, weil sie so nicht in der neuen Welt lebensfahig sind. Ihre ubertriebene Subjektivitat und extreme Lebensweise kann keinesfalls als eine Alternative gepriesen werden. Dass Goethe die beiden Parteien -die Turmgesellschaft einerseits und Mignon und den Harfner andererseits- als Polaritat kritisch darstellt, hangt damit zusammen, dass er auf eine andere, alternative Welt zielt, die durch eine Aufhebung der Polaritaten entsteht. Das spiegelt sich in seinem Lebens- und Literaturprinzip - dem Prinzip von Polaritat und Steigerung - wider; “Was in die Erscheinung tritt, muß sich trennen, um nur zu erscheinen. Das Getrennte sucht sich wieder, und es kann sich wieder finden und vereinigen, ..... im hoheren Sinne ..., indem das Getrennte sich zuerst steigert und durch die Verbindung der gesteigerten Seiten ein Drittes, Neues, Hoheres, Unerwartes hervorbringt.” Das Dritte und Hohere in dem Roman stellt Natalie dar, die die gegensatzlichen Werte in sich vereinigt. Sie gehort zur Turmgesellschaft, aber halt immer Distanz dazu und wahrt die Reinheit der Natur. So wird sie von ihrem Burder als wirklich schone Seele bezeichnet. In ihr stehen Geist und Material, Individiuum und Gesellschaft, Gefuhl und Vernunft, Wollen und Pflicht in Harmonie. Es ist ihr gelungen, was Wilhelm vergebens versuchte, namlich die Gegensatze von Pflicht und Neigung, Sollen und Wollen zu uberwinden und eine Harmonie zwischen dem Ich und der Welt zu erreichen. In diesem Sinne ist Natalie sowohl “die mogliche Zielgestalt des Romans” als auch das hochste Bild der Menschheit. Durch die Gestaltung der idealen Figur Natalie wird zu den beiden Polaritaten die Alternative, eine Koexistenz mit dem Fremden und Anderen zu verwirklichen und eine neue Identitat durch die Vereinigung der Polaritaten zu bilden, aufgezeigt. In diesem Sinne hat der Roman auch eine aktuelle Bedeutung fur die heutige multikulturelle und multireligiose Gesellschaft.

사회구조변동과 명예의 의미론 -『빌헬름 마이스터』 소설들에 나타난 결투 모티브를 중심으로

서송석 ( Song Suk Suh )
한국괴테학회|괴테연구  28권 0호, 2015 pp. 25-48 ( 총 24 pages)
6,400
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Dieser Beitrag zielt darauf ab, den in den Wilhelm Meister-Romanen zu beobachtenden Zusammenhang zwischen dem Wandel der gesellschaftlichen Struktur und der Semantik auf Grundlage der Systemtheorie von Niklas Luhmann zu untersuchen. Hierfur wird zunachst der theoretische Rahmen dargelegt; Die Gesellschaftsstruktur ist eine Bedingung, in der sich kommunikative Elemente selektiv miteinander verbinden, um die weiteren Kommunikationen zu operieren. Doch diese Struktur andert sich im Lauf der Geschichte. So differenziert sie sich von standisch auf funktional hin. Parallel zur Evolution der Gesellschaftsstruktur verandert sich auch die soziale Semantik, die als Begriffs- Themen- und Ideenvorrat verstanden wird. Der Argumentationsansatz dieses Artikels geht von einer Ubergangsphase aus, in der die beiden primaren Differenzierungsformen, namlich stratifikatorisch und funktional differenzierte Formen ineinander greifen. Dabei sind die Romanfiguren bewusst oder unbewusst diesem sozialen Umbau und den darausfolgenden Normenkonflikten ausgesetzt. Zur Vertiefung der Romananalyse behandelt die Arbeit zwei in den Romanen dargestellte Duell-Geschichten, die zeigen, dass die Semantik der Ehre als fundamentales Grundkonzept fur die hierarchisierte Gesellschaft immer mehr an Bedeutung verliert und die Gesellschaftsstruktur nicht mehr von aristokratischem Vorrecht abhangig ist, sondern sie will eher eigenen spezifischen Bereich, in dem sie je nach Funktion uber eigene Kommunikation verfugt, stabilisieren. Dementsprechend fungieren die Duelle nicht mehr als eine Verteidigung der Ehre, sondern sie stellen vielmehr eine unrechtliche Tat dar. Lothario, die Zentralgestalt der reformatorischen Adelsgruppe in den Lehrjahren hat beispielsweise ein großes wirtschaftliches Reformprojekt, dadurch er das Abschaffen der Steuerfreiheit mit Blick auf die Legitimation der eigenen Eigentumsverfugung durchfuhren will. Auf der anderen Seite wird er in ein Duell involviert und verletzt. Wie Lothario befinden sich auch andere Romanfiguren, die Teil dieser neuen Ubergangsgesellschaft sind, in der ambivalenten Lage, sich gleichzeitig mit alten und neuen Begriffen, Ideen und Vorstellungen auseinandersetzen und die daraus resultierenden Schwierigkeiten bewaltigen zu mussen. Mit Hilfe von Luhmanns Theorie und der Betrachtung von Goethes Wilhelm Meister-Romanen kommt der vorliegende Beitrag zum Ergebnis, dass der soziale Umbau hin zu voneinander unabhangigen Ausdifferenzierungen ein irreversibles Phanomen ist und die semantische Evolution in den Romanen auf die Veranderung der individuellen Lebenshaltung unvermeidbar einwirkt.

괴테와 죽음의 현상학(2) -자살예방과 죽음대비교육의 토대 담론을 위하여

안장혁 ( Jang Hyok An )
한국괴테학회|괴테연구  28권 0호, 2015 pp. 49-72 ( 총 24 pages)
6,400
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Ziel der vorliegenden Studie ist, die Moglichkeiten des Konzepts ``Suizidpravention`` und ‘die Todeserziehung’ im Goethes Text zu aufschliessen. Heutzutage wird die Suizidproblematik zum sehr heiklen Thema unserer Gesellschaft. Dementsprechend wird erlautert, welchen Beitrag das Konzept einer so genannten ‘Logotherapie’ und ‘Trauerarbeit’ als didaktisches dazu leisten kann, wie man in unserer Gesellschaft mit den Phanomenen Tod(bzw. Suizid) und Trauer umgehen soll. Der Tod bricht in ihre Familie ein und raubt den Angehorigen einen geliebten Menschen. Es ist der Augenblick, der das Leben fur viele in ein Davor und ein Danach teilt. In dem plotzlich nichts mehr so ist, wie es war. Der Alltag gerat dabei manchmal aus den Fugen, der Glaube an eine Zukunft schwindet. Viele der Hinterbliebenen sind erst mal uberwaltigt von Angst, Wut, Verzweiflung und dennoch bleiben die meisten allein mit ihrem Leid. Viktor Frankl, der die Logotherapie und Existenzanalyse begrundet hat, betrachtet in besonderer Weise die geistige Dimension des Menschen in den Blick nimmt und sein existenzielles Streben nach ``Sinn im Leben`` als dessen primare Motivationskraft. Viktor Frankl zufolge soll der Trauerprozess kein passiver Vorgang sein, bei dem etwas mit einem geschieht; vielmehr muss der Trauernde aktiv werden und eine Reihe von Aufgaben losen. Diese "Arbeit“ gewahrleistet erst einen "normalen“ Trauerprozess. ‘Todeserziehung’ ist also ein Versuch, auf einer institutionellen Ebene, Moglichkeiten der Auseinandersetzung mit Suizid und Trauerprozess zu schaffen. Dabei sollten wir lernen, die Todeserscheinung als Bestandteil eigener und fremder Lebenswirklichkeit zu akzeptieren und den Umgang mit den eigenen Gefuhlen, Einstellungen und Handlungen diesbezuglich zu uben. In diesem Sinne soll die vorliegende Arbeit Goethes Texte nicht mehr auf die Allgemeine-Blickrichtung, die an die blosse Todanalyse gebunden sind, sondern auf die besondere Erziehung in bezug auf ``Suizidpravention`` und ‘die Todeserziehung’ neu erschliessen.
6,700
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Fausts Charakter als ein Mensch, der immer strebend sich bemuht“ (V.11936) scheint nicht passend zum ersten Teil der Tragodie. Er zogert, kampft mit sich selbst und flieht sogar, wenn es um Liebe und Sexualitat geht. In der vorliegenden Arbeit geht es um Fausts Erotik in Bezug auf Gretchentragodie, Walpurgisnacht und Helenatragodie. Fausts Begierde, die unter der Persona des hohen Wissenschaftlers im Studierzimmer verdrangt worden ist, taucht zunehmend auf und gerat in Konflikt mit seiner Identitat. Auch in der Beziehung mit Gretchen schwankt Faust immer wieder zwischen Liebe und Schuldgefuhl. Die Walpurgisnacht ist der Ort, wo er sich ohne Ichspaltung seiner Sexualitat widmen kann. Fausts Problematik liegt darin, dass er nicht weiß, wie man Sexualitat und Liebe integriert. So bleibt er "ubersinnlicher sinnlicher Freier“, wie Mephisto hohnt. Die Liebe zwischen Faust und Helena zeigt neuzeitlichen Charakter. Es gibt keine Kluft zwischen Sexualitat und Liebe. Die arkadische Hohle sichert das idyllische Leben der beiden vor der außeren Realitat. So entsteht, unter Einbeziehung Euphorions, ein bukolisches Familien-Dreieck. Diese Liebe ist vergleichbar mit der "amour passion“ im Sinne Luhmans, die aus der individuellen Liebe, der Intergration der Sexualitat in die Liebe und der auf Monogamie beruhenden Ehe besteht. Der Helena-Akt stellt aber keine realen Ereignisse dar, sondern Mephisto inszeniert diesen Akt wie ein Spiel im Spiel. Dieses Spiel ist sozusagen ein Simulacrum der Arkadien-Utopie der Liebe. Goethe konstruiert das, indem er Elementen aus dem antiken Helena-Mythos selektiert und sie wiederum mit Elementen des mittelalterlichen Kreuzzugs, des neuzeitlichen Arkadienkults und der zeitgenossischen Stromung von Greek Revival im Anfang des 19. Jahrhunderts neu kombiniert. Aber auch diese Utopie erlaubt kein dauerhaftes Gluck, da Euporion aufwachst und aus der utopischen Hohle der Eltern ausbrechen und in die außere Wirklichkeit eintreten will. Nach dem Ende seiner Liebe zu Helena verwandelt sich der Charakter dieser Liebe in eine Liebe zur Menschheit, die Faust durch die Landgewinnung zu verwirklichen glaubt. Faust widmet sich wieder vollig seiner Liebe, und erst hier kann man von seinem Charakter als dem eines immer strebenden Menschen sprechen. Er zogert nicht mehr. Diese Charaktereigenschaft wird oft als das Faustische bezeichnet und als Wesenszug des modernen Subjekts identifiziert. Aber der andere Faust, der an seinem individuellen Leben scheitert, zeigt auch das Wesen des modernen Menschen, der immer mit sich kampfen muss. Erst die beiden "Seelen“ zusammen zeigen das wahre Gesicht der Menschheit, das Goethe zeichnen will.

상처 입은 영혼 미뇽-트라우마 이론의 관점에서 본 괴테의 『빌헬름 마이스터의 수업시대』

조성희 ( Seonghee Cho )
한국괴테학회|괴테연구  28권 0호, 2015 pp. 101-128 ( 총 28 pages)
6,800
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Die Figur Mignon lasst sich als versteckter Kern der Lehrjahre auffassen, die Goethe selbst "eine der inkalkulabelsten Produktionen“ genannt hat. Gegenuber Madame Stael, die "Mignon bloß als Episode beurteilt“, außerte Goethe einmal, dass "doch das ganze Werk dieses Charakters wegen geschrieben sei“. Mignon ist ein "Ratsel“ dieses inkalkulabelsten Romans, zu dem in der Forschung viele verschiedene Losungen vorgeschlagen worden sind. Mignon wurde bisher ausgesprochen haufig sowohl auf symbolischer, als auch auf poetologischer Ebene gedeutet. Jedoch hat Mignon meines Erachtens nicht nur als Symbolfigur, sondern auch als realistische Figur eine eigene Aussagekraft und Brisanz. So ist die Darstellung Mignons im Roman auch auf der realistischen Ebene schlussig, besonders in Bezug auf ihre Traumata. Im vorliegenden Beitrag wird Mignon als eine lebendige Person der fiktiven Realitat betrachtet. Dabei werden die innere Logik ihrer Psyche, die Entwicklung ihrer Liebe, ihres sinnlichen Begehrens sowie ihrer Krankheit beachtet. Auch die Frage, was Mignon zum Tode fuhrt, bildet ein zentrales Problem dieser Arbeit. Mignon wird im Roman als "Ratsel“, "wunderlich“, "geheimnisvoll“ und "sonderbar“ bezeichnet, sodass sie dem Leser einen geheimnisvollen Eindruck vermittelt. Ihre ratselhaften Worte und Handlungen sowie ihr eigentumlicher Charakter enthullen sich anhand der modernen Traumatheorie. Mignons mangelhafte Sprachkompetenz, ihre Verschwiegenheit und ihre Vermeidung der Buhne lassen sich auf ihre Traumata aufgrund der Entfuhrung und der Misshandlungen zuruckfuhren. Ihre wiederholten Herzanfalle sind psycho- somatisch bedingt, d. h. exzessive psychische Belastung manifestiert sich als ein korperliches Symptom. Die intensive Befragung durch Natalie, die eigentlich zur Therapie dienen sollte, belastet das Kind eher sowohl emotional als auch korperlich und verschlechtert schließlich seinen Krankheitszustand. Wie Mignons Geschichte von Natailie und dem Medikus der Turmgesellschaft rekonstruiert und narrativ reprasentiert wird, zeigt die Unerzahlbarkeit des Traumas. Mignon uberwindet nicht ihre Traumata wie der Harfner, Sperata oder Aurelie. Ihre todlichen Traumata stehen in einem Spannungsverhaltnis zu dem langwierigen Heilungsprozess des Protagonisten, Wilhelm.

괴테와 이탈리아 여행 -괴테의 이탈리아 여행을 둘러싼 담론 연구

조우호 ( Woo Ho Cho )
한국괴테학회|괴테연구  28권 0호, 2015 pp. 129-151 ( 총 23 pages)
6,300
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Goethes Itailienreise ist bisher als ein wichtiger Wendepunkt in seinem Leben dargestellt worden. Seine Reise wurde als eine Flucht aus dem Alltag in Weimar interpretiert, wo er 10 Jahre lang als Staatsmann und Untertan des Herzogs von Weimar, Carl August arbeitete. In neueren Arbeiten wird sie jedoch auch als ein Neuanfang gesehen, bei dem Goethe mit seinem jahrelangen Leben in Verwaltungsdienst bricht. Manche Forschungen haben dabei die Ansicht vertreten, dass kein radikaler Bruch mit seinem bisherigen Leben erfolge, da Goethe nach der italienischen Reise nach Wunsch und Bitten von Herzog Carl August weiterhin vereinzelt politische und administrative Tatigkeiten ubernahm. In diesem Beitrag werden die bisherigen Ansichten uber die Absicht und Bedeutung der Italienreise Goethes von einer weiteren Perspektiven aus neu betrachtet und so teilweise korrigiert und erganzt. Danach lasst sich die Italienreise als ein entscheidender Versuch Goethes deuten, seine Identitat neu zu bestimmen und zu entwickeln. Er hat wohl sein Leben als Dichter und Politiker auf der Reise uberdacht und sich entschieden, nach der Reise in Weimar sowohl weiter zu dichten als auch sich weiterhin Politik zu betreiben.

동독의 괴테수용

피종호 ( Jong Ho Pih )
한국괴테학회|괴테연구  28권 0호, 2015 pp. 153-170 ( 총 18 pages)
5,800
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Die Rezeption von Goethe und der deutschen Klassik in der DDR begann bereits mit deren Staatsgrundung. Wie bei dem 1949 in Weimar gefeierten Jubilaum zum 200. Geburtstag Goethes zum Ausdruck kam, fungierte ein Goethezentralismus, wie er vor allem bei Johannes R. Becher und Georg Lukacs akzentuiert wurde, als humanistische Theorie gegen den Faschismus, als Mittel zur idealistischen Erziehung des Volkes, und als Ideologie zur Bestatigung der nationalen Identitat. Dabei wurde Goethe als Wegbereiter des sozialistischen Realismus, als Befreier der Menschen oder als menschlicher Erzieher ‘Prometheus’ unkritisch verehrt. Indem die deutsche Klassik seit Anfang der 1950er Jahre mit der Asthetik des sozialistischen Realismus verknupft wurde, verwandelte sie sich in ein politisches Instrument zur Erhohung des nationalen Bewußtseins. Die Einheit der deutschen Klassik und des Bitterfelder Weges wurde dabei hervorgehoben. Insbesondere die Betonung der Wendung ‘der freie Mensch, das freie Volk auf dem freiem Grund’ aus Goethes Faust. Der zweite Teil, die Walter Ulbricht haufig zitierte, machte verstandlich, warum in der DDR das Schreiben ‘des dritten Teils’ des Faust artikuliert wurde. Eben das zeigt, wie Goethes Werk zur kulturpolitischen Instrumentalisierung herangezogen wurde. Seit Anfang der 1970er Jahre wurde das Bild von Goethe, das bisher den alsoluten Gebrauchswert in der DDR hatte, aber kritisch beurteilt. Das hatte zur Folge, das die Weimarer Klassik einen Relativierungsprozeß durchlief. der, sich sowohl in der Literatur als auch im Film intensiv vollzog und sogar zu einer Entmythologisierung von Goethe fuhrte. Obgleich die Literaten und Kunstler der DDR die deutsche Klassik teilweise durch die Romantik ersetzten, endete der Disput hinsichtlich der Rezeption Goethes und der Tradition der deutschen Klassik nicht in den siebziger Jahren. Er setzte sich ununterbrochen auch wahrend der 1980er Jahre fort.
6,000
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In den bisherigen Forschungen uber den Roman Der abenteuerliche Simplicissimus von Grimmelshausen sind im Wesentlichen zwei Standpunkte zur Hauptfigure auszumachen: die eine Richtung sieht den Helden des Romans als eine Symbolfigur der barocken, religiosen Weltanschauungen, wohingegen die andere insistiert, dass in ihm ein Individuum mit unverwechselbarem Charakter vorhanden sei. Den Held des Romans Simplicissimus als eine bloße Figur oder einen Charakter zu sehen hangt meines Erachtens mit der Identitat des Helden zusammen. Entscheidend ist es, wie der Protagonist aufgrund seiner Identitat gegenuber der Außenwelt agiert und reagiert. Vor dem Hintergrund dieser wechselseitigen Beziehung werden die Konturen des Helden deutlich sichtbar. Dementsprechend soll in diesem Beitrag den Fragen nachgegangen werden, wie sich die Identitat des Helden im Bezug zur Außenwelt konstituiert und welche Bedeutungen und Funktionen sie besitzt. Simplicius ist in seiner Identitat hauptsachlich durch das christlichßbarocken Weltbild, welches ihm ein Eremit vermittelt, bedinflusst. Das identitatsstiftende Wertesystem des Vanitasglaubens ermoglicht es ihm, eine andauernde, sinnstiftende Kraft zu schopfen und sich der zerstorerischen Realitat des 30-jahrigen Krieges zu widersetzen. Durch seine auf das Jenseits orientierte, barocke Religiositat erlangt Simplicius die Einsicht in die Wichtigkeit des tatigen Lebens. Er vertritt die Auffassung, dass eine christlich-humane Gesellschaftsordnung in dieser Welt prinzipiell zwar nicht unmoglich wird, aber durch die vorhandenen Missstande der Gesellschaft verhindert ist. Anstelle strenger Askese treten Lebensgenuss und Diesseitsbezogenheit. Simplicius erreicht am Ende eine autonome Daseinsform, die seine christlich fundierte und im Laufe der Zeit modifizierte Identitat sichert. Eine harmonische Identitat, die mit der realen Welt in Einklang steht, erlangt Simplicius allerdings nicht. Sie fungiert lediglich als Ausdruck einer Utopie und Hoffnungen, die vielleicht eines Tages realisiert werden konnen. Die geschlossene Struktur des Romans verstarkt das Bedurfnis nach einer menschlichen und dialogisch-sozialen Lebenswelt.

『인간 영혼의 인식과 느낌에 대해』에서 나타난 헤르더의 인식론

김대권 ( Dae Kweon Kim )
한국괴테학회|괴테연구  28권 0호, 2015 pp. 191-217 ( 총 27 pages)
6,700
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Herders Abhandlung Vom Erkennen und Empfinden der menschlichen Seele (1778) ist das Endresultat seiner beiden Beitrage fur die Preisaufgaben der Berliner Akademie in den Jahren 1773 und 1775. Sie beschaftigt sich hauptsachlich mit der Untersuchung der beiden Seelenkrafte Erkennen und Empfinden sowie deren Wechselbeziehung. In diesem Beitrag wird Herders Erkenntnislehre unter Berucksichtigung der beiden Fassungen von 1774 und 1775 dargelegt und erortert. In seiner Abhandlung zeigt Herder die genetische Entwicklungsgeschichte der Seelenkraften ausgehend vom Reiz, uber die Sinne und das Empfinden bis zum Erkennen und Wollen stufenweise. Dadurch etabliert Herder ein monistisches Erkenntnissystem, welches den physischen Reiz zur Basis hat und bei welchem das Medium eine besondere Rolle spielt. Das Licht und der Schall als jeweiliges Medium der Sinne, das Nervensystem als Medium der Empfindung und die Sprache als “Gedankenmedium” haben nicht nur vermittelnde, sondern auch bestimmende Funktionen. Im Zentrum der vorgenommenen Erorterung stehen in diesem Beitrag ferner das commercium mentis et corporis, der wechselseitige Einfluss von Erkennen und Empfinden, sowie die Naturalisierung des Geistigen und die Vergeistigung der Natur.

계몽주의 시대 통합적 인간학의 사유방법론 연구

김윤상 ( Yun Sang Kim )
한국괴테학회|괴테연구  28권 0호, 2015 pp. 219-246 ( 총 28 pages)
6,800
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Die Theorien der animalischen Generation in der Aufklarung haben sich nach einem Ideal gerichtet, nach dem die naturwissenschaftlichen und die geisteswissenschaftlichen Verfahrensweisen auf dem gemeinsamen Horizont eines methodischen Denkens betrachtet werden konnen. Auf der Suche danach haben sich viele Theoretiker auf einen Denkraum treffen konnen, der aus der von Malebranche inauguierten und von Leibniz aufgegriffenen Praformationstheorie und der von der Erfindung des Blutkreislaufsystems William Harveys angestoßenen und von Descartes philosophisch begrundeten Epigenesistheorie besteht. Welche von der Praformationstheorie und der Epigenesistheorie durchsetzungsfahiger und als das Erklarungsmodell fur die dynamischen Prozesse in den organischen Korpern brauchbarer ist, war darauf angewiesen, ob eine nicht nur bei der Erklarung der organischen Korper, sondern auch bei der Begrundung der Erkenntnisprozesse stabil verwendbare Denkmethode vorbereitetet sei. Obwohl die Debatten um die animalische Generation in der Aufklarung generell auf die Konstruktion des koharenten Theorierahmens konzentriert gewesen sind, lag denen eine Begierde nach der Ausbildung der Denkmethode zugrunde, die man die genetische Methodologie nennen kann, und nach der die Generation und die Gesamtstruktur der Natur- und Geisteswelt koharent erklart werden konnen. Dabei ging es darum, den an die materialistischen Theorieansatze des Psychischen gerichteten Reduktionismus auf das erkenntnistheoretische Deduktionsmodell der mentalen Zustande anzuwenden und zugleich unter der Perspektive der gemeinsamen Denkmethode den Anspruch der letzten Instanz des physikalisch-biologischen Seelenvorgangs zu relativieren. Aufgrund des methodischen Bemuhens, die induktiven Prozesse (Erfahrung, Beobachtung, Reflexion, Schluss) in die deduktive Theorie des Psychischen einzubeziehen, konnten die Theoretiker sich am Anfang des 19. Jahrhunderts an die Herausarbeitung einer den naturwissenschaftlichen und geisteswissenschaftlichen Verfahrensweisen gemeinsam zugrundeliegenden Basis herantasten, die in den nachfolgenden wissenschaftlichen Entwicklungen auch weiterhin als ein letztbegrunder Grund gelten konnte.
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