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DOKILOMUNHAK


  • - 주제 : 어문학분야 > 독문학
  • - 성격 : 학술지
  • - 간기: 계간
  • - 국내 등재 : KCI 등재
  • - 해외 등재 : -
  • - ISSN : 1229-1560
  • - 간행물명 변경 사항 :
논문제목
수록 범위 : 78권 0호 (2017)

자기주도학습 기반 다국어학습 시스템 구축을 통한 대학의 외국어 학습환경 개선 방안

김미승 ( Kim Mi-seoung )
한국독일어문학회|독일어문학  78권 0호, 2017 pp. 1-23 ( 총 23 pages)
6,300
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Nach dem konstruktivistischen Ansatz sind zum Erlernen einer Fremdsprache eigeninitiierte Lernaktivitaten sowohl im als auch außerhalb des Unterrichts von großer Bedeutung. Es ist offensichtlich, dass eigeninitiierte Kommunikationserfahrungen mit Muttersprachlern der Zielsprache im Alltagsleben den Lernprozess fordern. Koreanische Deutschlerner haben jedoch nur selten die Moglichkeit, Deutsch in ihrem Alltag zu sprechen, da kaum Muttersprachler in Korea leben. Diese Untersuchung zeigt mit Hilfe von uber sozialen Netzwerken (SNS) gefuhrten Tandem-Dialogen zwischen koreanischen Deutschlernern und deutschen Koreanischlernern, wie sich die Konversationsfahigkeit verbessern lasst. Vier in Deutschland lebende Koreanischlerner und sechs in Korea lebende Deutschlerner nahmen als Tandempartner an dem Pilotprojekt teil, das zu Forschungszwecken organisiert wurde. Diese Untersuchung geht davon aus, dass die zweisprachige freie SNS-Kommunikation im Tandem nicht nur einen sprachlichen Lerneffekt hat, sondern auch einen interkulturellen Beitrag leistet. Hinsichtlich des sprachlichen Lerneffektes wird analysiert, ob und inwiefern die Teilnehmer Fehler korrigieren. Dabei zeigte sich, dass die Muttersprachler die sprachlichen Fehler des Kommunikationspartners nur in den folgenden beiden Fallen korrigierten: Entweder waren die Außerungen schwer oder uberhaupt nicht zu verstehen oder der Lerner bat explizit um Korrekturen.

연어 개념의 발전과정에 대한 소고

김종수 ( Kim Jongsoo )
한국독일어문학회|독일어문학  78권 0호, 2017 pp. 25-48 ( 총 24 pages)
6,400
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Der Kollokationsbegriff wird heutzutage in verschiedenen Teilbereichen der Sprachwissenschaft - u. a. in der Lexikologie, Lexikographie, Phraseologie, Maschinellen Ubersetzung, Linguistischen Stilanalyse - sowie in der Fremdsprachendidaktik verwendet. Eine allgemein akzeptierte und fur alle genannten Bereiche taugliche Begriffsbestimmung wird sich nicht finden lassen. Dieser Arbeit behandelt den Entwicklungsprozess des Kollokationsbegriffs. Bereits lange vor der Entstehung des Begriffs Kollokation gab es Ansatze in der linguistischen Forschung, die sich mit der Untersuchung von Beziehungen zwischen lexikalischen Elementen auf der syntagmatischen Ebene beschaftigten. Mit Kollokationen brachte man z.B. die Konzepte der `wesenhaften Bedeutungsbeziehungen` und der `lexikalischen Solidaritaten` in Verbindung. Den Terminus Kollokation pragte 1951 John R. Firth, der Begrunder des britischen Kontextualismus. Er meinte damit, dass sich die Bedeutung von Wortern durch ihr gemeinsames Vorkommen mit anderen Wortern in konkreten Texten realisiere. Michael Halliday und John Sinclair entwickelten Firths Konzept der kollokativen Bedeutung zu einem methodisch fundierten Modell fur die Analyse der lexikalischen Bedeutung der Worter einer Sprache weiter. Zu den Vertretern des phraseologischen Ansatzes in der Kollokationsforschung gehoren Anthony P. Cowie, Morton Benson und Franz J. Hausmann. Sie versuchten, eine Unterscheidung zwischen den freien Kombinationen, Idiomen und Kollokationen zu machen. In der Fremdsprachendidaktik wird sich damit auseinandergesetzt, welche Auffassung des Kollokationsbegriffs relevant sein konnte, eine breite oder enge.

요한나 슈피리 초기 작품들에서의 익명성 - 데뷔작 『브로니 무덤에 바친 글』의 역할

김형민 ( Kim Hyeong Min ) , 이재호 ( Lie Zae-ho )
한국독일어문학회|독일어문학  78권 0호, 2017 pp. 49-75 ( 총 27 pages)
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Im Mittelpunkt der vorliegenden Abhandlung steht Johanna Spyris Erstling, der im Mai 1871 unter dem Titel Ein Blatt auf Vrony`s Grab anonym (lediglich mit den Initialen der Verfasserin, J. S.) in einer Auflagenhohe von 1000 Exemplaren bei der Buchdruckerei von C. Hilgerloh in Bremen erschien. Die 32-seitige Erzahlung fur Erwachsene fand so ein unverhofft großes Echo, dass noch im selben Jahr eine zweite Auflage bei C. Hilgerloh erschien. Im Fruhjahr 1872 publizierte C. Ed. Muller dann eine dritte Auflage. Zum Schreiben ihres Debutwerks regte Johanna Spyri der evangelische Bremer Pastor Cornelius Rudolph Vietor an, der deshalb heute nicht zu Unrecht als Entdecker und Wegweiser der spater weltweit bekannten Bestsellerautorin gilt. Im Schwerpunkt beschaftigt sich die vorliegende Arbeit mit dem Thema der anonymen Autorschaft in den Fruhwerken von Spyri, wobei die Konzentration auf der Erzahlung Ein Blatt auf Vrony`s Grab liegt. Es ist wahrscheinlich, dass Spyri wahrend ihrer fruher Schaffensphase Anonymitat großen Wert beimaß. Dabei nutzte sie ihr erfolgreiches Debut, um den spateren Werken trotz des fehlenden Autornamens zu Aufmerksamkeit zu verhelfen: Die Erzahlungen Nach dem Vaterhause! (1872), Ihrer Keines vergessen (1872), Aus fruheren Tagen (1873), Heimathlos (1878), Aus Nah und Fern (1879), Verschollen, nicht vergessen (1879), und Heidi`s Lehr- und Wanderjahre (1880) erschienen alle unter der Angabe Von der Verfasserin von ≪Ein Blatt auf Vrony`s Grab≫. Erst nach dem durchschlagenden Erfolg von Heidi`s Lehr- und Wanderjahre war an ein Versteckspiel der publikumsscheuen Autorin nicht mehr zu denken. Spyri musste, gern oder ungern, aus dem Schatten der Anonymitat treten und bei allen weiteren Veroffentlichungen ihren vollen Namen anfuhren.
5,800
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In Juli Zehs Roman Corpus Delicti zielt ein Staatssystem der Zukunft namens METHODE darauf ab, “jedem Einzelnen ein gesundes Leben zu ermoglichen”. Die METHODE definiert “die Ubereinstimmung von allgemeinem und personlichem Wohl als normal”, so dass die Gesundheit nicht mehr Privatangelegenheit bleiben kann. Zur effektiven Pravention gegen Krankheiten wird die allgegenwartige Uberwachung mit allen zur Verfugung stehenden technischen Mitteln legalisiert. Diese Art von Uberwachung macht den Burger zum sogenannten Glasmenschen, lasst ihn die Herrschaftsideologie verinnerlichen und sich dem Kollektiv unterordnen. Damit enthullt sich das Wesen des Staates als totalitar. Er erlaubt dem Einzelnen weder Privatleben noch Freiheit und will das Handeln und Denken der Burger unter absoluter Kontrolle halten. Im Kontrast zu den Glasmenschen steht die Figur Moritz Holl als `Traumer` und `Freidenker`. Seiner Meinung nach liegt der Sinn der menschlichen Existenz nicht im “Dahinvegetieren” unter dem Schutz und der Kontrolle des Staates, sondern in der Selbstbestimmtheit des Einzelnen, der den Mut haben musse, `uber die gezwungene Idee der Sicherheit und Gesundheit hinauszugehen`. Nur so lasse sich ein wurdiges Leben realisieren.

괴테의 자연관과 섬세한 경험론

송성회 ( Song Sung-hoe )
한국독일어문학회|독일어문학  78권 0호, 2017 pp. 95-113 ( 총 19 pages)
5,900
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Die vorliegende Abhandlung versucht zuerst Johann Wolfgang von Goethes Auffassung der Natur darzustellen. Dabei lehnt sie sich an Alfred Schmidt(1998) an, der zwei Phasen vor und nach 1780 unterscheidet. Dann beschreibt sie Goethes Begriff der `zarten Empirie`, den manche angloamerikanische Wissenschaftler als `delicate empiricism` ubersetzen. Dadurch wird Goethes Wirken als Naturwissenschaftler hervorgehoben und es wird sich zugleich zeigen, wenngleich nicht unmittelbar, wie sehr die `zarte Empirie` als die Methode der `Goethean science` zur Literaturokologie im Anthropozan beitragen konnte. Grundlegend fur Goethes Naturauffassung ist die Annahme, “daß sie [die Natur] zwar menschlichen Zwecken dienstbar gemacht werden kann, aber ihnen gegenuber stets ihre Unbedingtheit bewahrt”(Schmidt 1998, 776). In der Phase vor 1780 dominiert bei Goethe noch das reine `Naturgefuhl`. Nach 1780 geht er zunehmend methodisch vor, so dass sich der Ubergang zum `Naturwissen` vollzieht. Die entsprechende Methode nennt Goethe `die zarte Empirie` oder auch `die hohere Empirie`. Durch sie wird das empirische Phanomen zunachst zum wissenschaftlichen Phanomen angehoben. Schließlich fuhrt Goethes methodische Naturbetrachtung zum `reinen Phanomen`, das er “als Resultat aller Erfahrungen und Versuche”(HA 13, 25) beschreibt. Mit Hilfe der `zarten Empirie` konnte Goethe den Zwischenknochen im menschlichen Schadel finden und seine Morphologie sowie Metamorphologie entwickeln. Wie sie verschiedenen Fachdisziplinen anwendbar ist, zeigen z. B. manche angloamerikanischen Wissenschaftler, z. B. Bywater(2005), Cameron (2005), Wahl(2005) u. a.. Als Methode der Goetheanistischen Naturwissenschaft tragt die `zarte Empirie` nicht unwesentlich zur Literatur-okologie im Anthropozan bei, deren Aufgabe es ist, die umfassende Einwirkung des Menschen auf das Erdsystem positiv zu beeinflussen.
6,400
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Im Zentrum dieser Arbeit steht die Untersuchung der emotionalen Narrative in den NS-Propagandafilmen. Der Schwerpunkt wird auf Gustav Ucickys Heimkehr aus dem Jahr 1941 gelegt. Das nationalsozialistische Regime nutzte das Medium Film als wichtiges propagandistisches Mittel fur die politischen Botschaften, denn Filme galten als besonders geeignet, um emotionale Zustande herbeizufuhren, und kognitive Verarbeitungsstile und Verhaltensweisen zu beeinflussen. Im Dezember 1939 fasste Joseph Goebbels den Beschluss, die Produktion eines Spielfilms uber die Umsiedlung der Wolhyniendeutschen, von der nationalsozialistischen Propaganda als spate “Heimkehr ins Reich” gefeiert, in Auftrag zu geben. Da Goebbels annahm, dass man in der eben erst “heimgekehrten Ostmark” fur dieses Thema besondere Sensibilitat aufbringen wurde, sollte die dort ansassige Wien-Film GmbH mit der Realisierung des Filmprojekts betraut werden. In Heimkehr thematisierte Gustav Ucicky das Leben einer deutschen Minderheit, die sich in einem polnischen Gebiet gegen immer drastischere Unterdruckungsmaßnahmen zur Wehr setzen muss. Ucicky brachte verschiedene Emotionen in die filmischen Narrative ein: Vom Angst ubers Hassgefuhl bis hin zu den religiosen Stimmungen des Martyrers. Mit pathetischen Monologen, affektgeladenen Dialogen und starken mimischen sowie gestischen Komponenten konstruierte Ucicky einen vermeintlich unuberwindbaren deutsch-polnischen Antagonismus. Der Film versuchte, die Emotionen, die Kognition und schließlich das Verhalten des Publikums zu manipulieren, um den Einmarsch der Deutschen in Polen zu rechtfertigen.

데아 로어의 여성상 연구: - 올가 베나리오의 정체성과 기억을 중심으로

오동식 ( Oh Dong-sik )
한국독일어문학회|독일어문학  78권 0호, 2017 pp. 139-157 ( 총 19 pages)
5,900
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Die vorliegende Arbeit untersucht das Frauenbild in Dea Lohers Theaterstuck `Olgas Raum`. Es fallt auf, dass in den Werken Lohers Frauen oft als Hauptfiguren auftreten. Sie geraten mit der von Mannern dominierten, patriarchalischen Welt in Konflikt und kampfen hart, um sich durchzusetzen. Schon in ihrem ersten Stuck `Olgas Raum` (1990) beschaftigt sich die Schriftstellerin mit der historischen Figur Olga Benario, einer judisch-deutschen Kommunistin, die am Ende in der Totungsanstalt Bernburg ermordet wurde. Im Auftrag der Kommunistischen Internationalen (Komintern) begleitet Olga den brasilianischen Revolutionar und Volkshelden Luis Carlos Prestes nach Brasilien und wird dann dort schwanger verhaftet, als der Putsch gegen das diaktorische Vargas-Regime scheitert. Interessant ist, dass Loher den Stoff zu einer Zeit dramaturgisch verarbeitet, als das Experiment des real existierenden Sozialismus als gescheitert gilt. Sie versucht, das Schicksal der Widerstandskampferin vor dem Vergessen zu bewahren. Im Text mochte Olga weder als Prestes´ Frau noch als revolutionare Heldin bezeichnet zu werden. Stattdessen will sie ihre Identitat selbst bestimmen und als diejenige erinnert werden, die nur fur ihre Uberzeugung kampfte. Das Theaterstuck konzentriert sich zwar auf die Leidensgeschichte Olgas, aber selbst im Moment des Sterbens gibt diese ihre Hoffnung nicht auf. In diesem Sinne ist der Titel `Olgas Raum` zweideutig zu verstehen: der des Leidens einerseits, als der der Hoffnung andererseits.

유럽언어정책 도구 AIE의 한국어교육에의 적용

원윤희 ( Won Yunhee ) , 박윤미 ( Park Yunmi )
한국독일어문학회|독일어문학  78권 0호, 2017 pp. 159-178 ( 총 20 pages)
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Die `Autobiography of Intercutural Encounters`(AIE) lsst sich produktiv in der Lehre nutzen, um den Fremdspracherwerb der Lernenden zu unterstutzen und diese zu ermutigen, das eigene Handeln kritesche zu reflektieren und interkulturelle Komoetenzen zu erwerben. Im Folgenden wird die Bedeutung der AIE fur die koreanische Sprach- und Kulturp dagogik diskutiert und es werden Anregungen gegeben, was in der bestehenden koreanischen Sprachausbildung hervorgehoben werden sollte Das Wissen daruber, welche Vorstellungen ausl ndische Lernende von Korea haben, erlaubt es den P dagogen. Perspektive der Lernenden einzunehmen, deren Gedanken uber Korea und die Landessprache nachzuvollziehen und den Einfluss der ungewohnten Umgebung zu berucksichtigen. Das kann helfen, eine produktive Verbindung zwischen Lehrenden und Lernenden herzustellen. Die interkulturellen Kurse, die AIE nutzen, erlmoglichen es den Lernenden nicht nur verschiedene Erfahrungen und Informationen uber die koreanische Sprache und Kultur auszutauschen, sondern bieten ihnen durch den Vergleich der eigenen Erfahrungen mit denen der andern auch die wertwolle Gelegenheit zur Introspektion. Daruber hinaus wurde gezeigt, dass die AIE- typischen Pr sentationsaufgaben mit Foto- oder Videoeinsatz motivatinssteigernd wirken, was positive Konsequenzen fur den entsprechenden koreanischen Sprachkurs hatte. Eine Ausbildung, die sich an der AIE orientiert, fodert Respek, Weltoffenheit und Selbstst ndichkeit und kann die koreanische Sprach- und Kulturp dagogik lansfristig positiv bereichern.

독일 교양시민과 조선의 선비 - 과학주의를 넘어설 새로운 가능성 찾기

이순예 ( Rhi Shun Ye )
한국독일어문학회|독일어문학  78권 0호, 2017 pp. 179-199 ( 총 21 pages)
6,100
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Der Anlass zur Konzeption dieser Arbeit, auf die Frage zu entgegnen, "Wie kann die Literatur, ausgerechnet die deutsche Literatur, die in Korea die jahrzehntelange Wirkungslosigkeit hinterlaesst und immer mehr in die Perspektivlosigkeit verwickelt ist, als eine abstrakte und realitaetsferne im neo-liberalistischen Weltzustand noch tugendhaft sein?" laesst diese Arbeit untentbehrlich nur weitere Fragen vor Augen stellen, anstatt irgenwelche Antwort zu entwerfen. Im Grunde genommen richtet sich die Arbeit nacht der Herausforderung, als die erste Stufe der Beantwortung die Problemstellung in Acht zu nehmen. Obwohl ich in der szientistischen Aufklaerung die Ursache des Ruecktritts der Literatur in der Oeffentlichkeit sehe, verwende ich die analytische Vorgehensweise in meiner Arbweit, da es sich um die wissenschaftliche Arbeit handelt. Dass die Literatur selbst als eine andere Sache behandelt werden soll. macht den Hintergrund dieser Arbeit aus. In dieser Hinsicht gehe ich davon aus, dass der deutsche Bildungsbuerger und Seon-Bi in Yi Dynastie in Parallitaet stehen, in dem Sinn, sich von dem Szientismus fern zu halten.

정체성, 애도 그리고 역사 - 우베 욘존의 『기념일들』에 나타난 기억의 세 측면

이재원 ( Lee Jaewon )
한국독일어문학회|독일어문학  78권 0호, 2017 pp. 201-224 ( 총 24 pages)
6,400
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Uwe Johnsons Jahrestage wird als `Erinnerungsroman` bezeichnet. Die im Roman dargestellten Erinnerungen sind nicht homogen, obwohl derselbe Zeitraum und dieselben Figuren behandelt werden. Im Roman gibt es mindestens drei Versionen der Vergangenheit, die durch drei fiktive `Auftrage` zustande gekommen sind. Der vorliegende Aufsatz untersucht unter Verwendung von Konzepten aus der Gedachtnisforschung, wie diese drei Geschichten mit den Motiven der Erinnerung zusammenhangen. Erstens konnen wir ohne das Wissen uber unsere eigene Vergangenheit unsere Identitat nicht finden. Die Nachkriegsgeneration, zu der auch die Hauptfigur des Romans Gesine Cresspahl gehort, verlor ihre Identitat, da sie nach dem Zweiten Weltkrieg die Vergangenheit verdrangen und schlagartig neue Werte und eine neue Ordnung verinnerlichen sollte. Gesine mochte diesem Verlust entgegenwirken, imdem sie -in der Welt des Romans -den Schriftsteller Johnson beauftragt, ihre Erinnerungen aufzuschreiben. Wahrend sie versucht, ihre verdrangten Kindheitserinnerungen zu rekonstruieren, erkennt sie, dass ihre Vergangenheit mit dem Nazi-Verbrechen untrennbar verbunden war. Zweitens erinnern wir uns auch an die Vergangenheit, um die Toten zu betrauern. Im Roman ist der Tod omniprasent. Gesine ist umgeben von den Stimmen von toten Familienmitgliedern, von Opfern des NS-Regimes und denen des Kalten Krieges. `Im Auftrag` dieser Toten schreibt Gesine ihre Geschichte, und am Ende des Romans uberreicht sie diese dem Studienrat Kliefoth, dem Altesten der Uberlebenden. Damit vollendet sich die Trauerarbeit und Gesine kann ein neues Leben beginnen. Schließlich sollen wir uns an die Vergangenheit erinnern, um die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen. Diesen padagogisch-normativen Aspekt der Erinnerung leistet die `Geschichte` bzw. das kulturelle Gedachtnis fur die Nachwelt. Im Auftrag ihrer Tochter Marie spricht Gesine die Familiengeschichte auf ein Tonband, damit Marie spater verstehen kann, fur wenn ihre Mutter gestorben ist. Diese Version der Geschichte unterscheidet sich von der offiziellen Geschichte, durch den privaten Charakter. Angesichts der schier unendlichen Moglichkeiten von Geschichtsversionen erscheint Uwe Johnsons Roman selbst nur als kleine Sammlung und der Leser kann sich aufgefordert fuhlen, seine eigene Geschichte zu entwerfen.
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