글로버메뉴 바로가기 본문 바로가기 하단메뉴 바로가기

논문검색은 역시 페이퍼서치

독일어문학검색

DOKILOMUNHAK


  • - 주제 : 어문학분야 > 독문학
  • - 성격 : 학술지
  • - 간기: 계간
  • - 국내 등재 : KCI 등재
  • - 해외 등재 : -
  • - ISSN : 1229-1560
  • - 간행물명 변경 사항 :
논문제목
수록 범위 : 82권 0호 (2018)
6,400
초록보기
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Modernität von Kleists Texten, im Konkreten mit dem Identitätskonflikt, den der Rassen- sowie Geschlechterdiskurs in der Novelle Die Verlobung in St. Domingo (1811) zutage treten lässt. Kleist verarbeitet den Aufstand gegen die französische Kolonialmacht auf der Insel Haiti literarisch, um eine Liebesgeschichte zwischen einem weißen Europäer und einer Mestizin vor dem Hintergrund des Rassenkonflikts zu thematisieren. In der Novelle werden Individuen oft auf Rassenmerkmale reduziert. Auch das Geschlecht spielt eine wichtige Rolle, was u. a. an den Begriffen ,Mullattin‘ (Mutter) und ,Mestizin‘ (Tochter) ersichtlich ist. Den Dreh- und Angelpunkt des Geschehens bildet die ,Mestizin‘ Toni, die zwischen der hell- und denkelhäutigen Bevölkerungsgruppen steht. In der Anfangsphase identifiziert sich Toni als schwarze Tochter, die die von ihrem Vater auferlegten Aufgaben widerstandslos erfullt. Durch die Begegnung mit dem Fremden - Gustav von der Ried - wird diese Tochterrolle jedoch ersetzt - Toni ist jetzt eine Braut, wodurch ihre ,schwarze‘ Identität in den Hintergrund tritt. Die Verlobung, die sich mit dem Geschlechtsakt vollzieht, markiert den Wendepunkt dieser Entwicklung. Die Missachtung der töchterlichen Pflichten bedeutet eine Verletzung der Grenze, die innerhalb der Novelle zwischen der ,schwarzen‘ und der ,weißen‘ Lebenswelt exsistiert. Daruber hinaus uberschreitet Toni auch die vorgesehenen Geschlechterrollen, indem sie ihren Bräutigam rettet. Diese mutige Tat sollte eigentlich einem Mann vorbehalten bleiben. Interessanterweise ist es fur Gustav irrelevant, dass er als Geretteter dem Männlichkeitsideal nicht genugt. Nach der Rettungsaktion reaktualisiert Gustav wieder die Rolle der ,schwarzen Tochter‘. Er ruckt Toni durch die Bezeichnung ,Hure‘ außerdem in die Nähe der schwarzen Sklavin, die in einer Binnenerzählung erscheint. Am Schluss ermordet Gustav seine selbstlose Geliebten. Zu Beginn der Novelle wurde die Bezeichnung ,Mörder‘ ausschließlich den dunkelhäutigen Personen zugeschrieben. In zynischer Weise wird Toni dann im Sterben als ,schöne Seele‘ dargestellt, d.h. erst nach dem Tod bekommt sie den Status der ,weißen Braut‘ zuerkannt. In der Novelle dienen die Diskursfelder Geschlecht und Rasse dazu, anderen eine Identität zuzuschreiben oder eine eigene Identität aufzubauen. Kleist stellt die physischen und ethnischen Grenzsetzungen in Frage, weil die vermeintlichen Differenzen als situativ bedingt, perspektivisch erzeugt und gesellschaftlich konstruiert - und nicht zuletzt instrumentalisiert - erweisen. Das lässt seinen Text in hohem Maße ,modern‘ erscheinen.

유토피아의 소멸 또는 영원한 제국 - 크리스티안 크라흐트의 『제국』

김응준 ( Kim Eung-jun )
한국독일어문학회|독일어문학  82권 0호, 2018 pp. 25-45 ( 총 21 pages)
6,100
초록보기
Imperium von Ch. Kracht hat heftige Diskussionen unter den Literaturkritikern provoziert. Die Hauptkontroverse betrifft die Frage, ob der Roman nationalsozialistische bzw. totalitäre Strömungen in sich verbirgt oder ob er lediglich ein fatalistisches Geschichtsbild zur Schau stellt. Die genaue Lekture des Romans unter Berucksichtigung des Begriffs ,Irone‘ bzw. ,ironischer Handlung’ spricht gegen den erstgenannten Vorwurf. Die Hauptfigur A. Engelhardt und seine Erlebnisse im kolonialistischen Imperium im Sudparzifik verkörpern eine sinnlose Suche nach Utopie. Engelhardts Versuch, eine zivilisationsfreie Gesellschaft aufzubauen, bleibt unverwirklicht, stattdessen folgt dem alten kolonialistischen Imperium ein neues Gewand des Kapitalismus. Engelhatdt bekleidet darin eine fuhrende Machtposition. Diese ironische Wende stellt nicht nur in Frage, dass es so etwas wie eine geschichtliche Entwicklung uberhaupt gibt, sie lässt auch jede Form von zivilisatorischer Mission naiv erscheinen. Dieser existentielle Zweifel ist prägend fur Krachts Roman, nicht aber vermeintliche ideologische Untertöne.

음악과 문학의 상호예술성 미학 (Ⅱ) - 파울 힌데미트의 오페라 『카르디약』 연구

서은주 ( Suh Eun Ju )
한국독일어문학회|독일어문학  82권 0호, 2018 pp. 47-65 ( 총 19 pages)
5,900
초록보기
Begegnungen von Literatur und Musik werden in den beiden Disziplinen auf jeweils unterschiedliche Weise realisiert. Die Literatur greift musikalische Inhalte oder Formen auf, die Musik dagegen verwendet literarische Themen oder mythologische Inhalte. Die Oper kann als diejenige Kunstgattung betrachtet werden, in der die Konvergenz zwischen den beiden Medien am vielfältigsten zur Geltung kommt. Die 1926 von Paul Hindemith komponierte Oper Cardillac verwendet den Text von Ferdinand Lion als Libretto, die literarische Vorlage ist E. T. A. Hoffmanns Novelle Das Fräulein von Scuderi. In der Oper verschmelzen drei verschiedene Formen der Kunst nicht miteinander, vielmehr kollidieren sie mit einer Vielzahl von Tönen und Klängen. In der vorliegenden Arbeit wird diskutiert, wie Hindemith die Heterogenität von Spätromantik, Expressionismus und Neue Sachlichkeit in der Opernkomposition zum Ausdruck bringt.

16~17세기의 마녀사냥과 밤베르크의 요한네스 유니우스 재판

송희영 ( Song Hi-young )
한국독일어문학회|독일어문학  82권 0호, 2018 pp. 67-85 ( 총 19 pages)
5,900
초록보기
Im Zentrum dieser Arbeit steht die Hexenvefolgung im 16.-17. Jahrhundert. Schon im späten 15. Jahrhundert begann das Ausmaß des Hexenwahns zuzunehmen, obwohl zeitgleich neues aufgeklärt kritisches Gedankengut Verbreitung fand. Der Glaube an ‘Hexenflug’, ‘Hexensabbat’ und an die ‘große Verschwörung’ nahm immer festere Formen an. Es hieß, dass Hexen dem Teufel dienten und das Ziel hätten, das Christentum zu zerstören. Diese Entwicklung erreichte in Europa während des Zeitalters der Reformation einen Höhepunkt. In West- und Sudeuropa stabilisierte sich die Versorgungslage der Bevölkerung um 1600 allmählich, was vermutlich den Ruckgang der Hexenverfolgungen bewirkte. In Zentraleuropa stieg die Hysterie allerdings noch einmal deutlich an, insbesondere während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648). Aufgrund dessen starben allein in Bamberg in Deutschland bis zum Jahr 1632 etwa 1.000 vermeintliche Hexen und Magier. Das entsprach fast jedem zehnten Bewohner der Stadt. Ein grausames Beispiel ist das Schicksal des Bamberger Burgermeisters Johannes Junius. Er wurde im Juni 1628 verhaftet und mit brutalen Methoden verhört sowie gefoltert. Sein Widerstand brach nach sechs Tagen, so dass er gezwungenermaßen ein Geständnis ablegte, das ihn als vermeintlichen Teufelsanbeter und Gottesleugner identifizierte. Daraufhin folgte die Verurteilung als ‘Hexer’. Die Folter fand trotzdem kein Ende, um Junius dazu zu bringen, die Namen von anderen angeblichen Hexern oder Hexen zu nennen. Am 24. Juli 1628 schrieb Junius seiner Tochter Veronica einen Brief, der sie allerdings nie erreichte. Darin steht der folgende, bewegende Satz: “Ich bin zu Unrecht in dieses Gefängnis gekommen, ich bin zu Unrecht gefoltert worden und zu Unrecht muss ich sterben.”

독일은 이민국가 인가? - 전후 외국인 수용과 정책 변화를 중심으로

신용민 ( Shin Yongmin )
한국독일어문학회|독일어문학  82권 0호, 2018 pp. 87-108 ( 총 22 pages)
6,200
초록보기
Nach dem Zweiten Weltkrieg beginnt die Immigration nach Deutschland mit der aktiven Anwerbung von Gastarbeitern in den 1950ern. Der Grund ist der erhöhte Bedarf während des ökonomischen Booms. Was jedoch zunächst nur als vorubergehender Aufenthalt gedacht ist, resultiert oft im permanenten Verbleib in Deutschland. Als Reaktion auf die erhöhte Anzahl an Immigranten, verabschiedet der Bundestag zunächst 1965 ein Ausländergesetz und dann 1983 das sogenannte Ruckkehrhilfegesetz: Eine Prämie soll die Gastarbeiter zur Ruckkehr in ihre Heimatländer bewegen. Zusätzlich zu den Gastarbeitern und ihren Familien kommen nach dem Zerfall der Sowjetunion auch viele Umsiedler mit deutscher Abstammung nach Westdeutschland. In den 1990ern folgt die nächste große Immigrationsbewegung, wobei diesmal Fluchtlinge und Asylsuchende aus dem ehemaligen Jugoslawien einen erheblichen Anteil daran haben. Das deutsche Grundgesetz gewährt allen politisch verfolgten Personen ein Recht auf Asyl. Es kommt u.a. aufgrund der hohen Anzahl von Asylanträgen zu einer negativen Stimmung der deutschen Bevölkerung gegenuber den Immigranten. Im Jahr 1990 wird ein weiteres Ausländergesetz einfuhrt, das neue Aufenthaltsgenehmigungen regelt. 1992 vereinbaren die CDU/CSU sowie die SPD den Asylkompromiss, der die Prinzipien der sicheren Dritt- und Herkunftsländer definiert. Später folgen die Staatsburgerschaftsreform, welche eine vorubergehende duale Staatsburgerschaftsmöglichkeit fur Kinder mit Migrationshintergrund einfuhrt, und 2005 das Migrationsgesetz. Die konstante ökonomische Stärke Deutschlands und die intensiven, erfolgreichen Integrationsmaßnahmen verbessern die gesellschaftliche Akzeptanz der Immigration. Als 2015 die Anzahl an Fluchtlingen und Asylbewerbern allerdings erneut drastisch ansteigt, kommt es zum Stimmungswandel. Die AfD und Pegida, die sich offen gegen Immigration aussprechen, gewinnen an Zuspruch. Die Bundesregierung und die Länder wirken uberfordert damit, alle neuen Immigranten zu registrieren und konfliktfrei unterzubringen. Der Schluss liegt nahe, dass Deutschland auch in der näheren Zukunft so mit diesen Aufgaben beschäftigt sein wird, dass die Entwicklung von längerfristigen Lösungen und Strategien zu kurz kommt. Das Thema der Immigration und Integration wird somit weiterhin große gesellschaftliche Brisanz haben, was im Übrigen europaweit gilt. Neben der Erweiterung der EU und den Konsequenzen des demografischen Wandels zählt die Immigration zu den größten Herausforderungen in den nächsten Jahrzehnten.
5,900
초록보기
Die vorliegende Arbeit geht der symbolischen und kulturwissenschaftlichen Bedeutung des Wal-Mythos im Film Der Unfisch nach. Dabei ist es aufschlussreich, den tradierten koreanischen Wal-Mythos (aus den Simcheong- und den mittelalterlichen koreanischen Gedichten) heranzuziehen. Es lassen sich Überlappungen zwischen der Variante Köhlmeiers und der des koreanischen Mythos nachweisen. Das gilt besonder in Bezug auf Moive wie Wiedergeburt, Grenzuberschreitung ins utopische Jenseits und der Erfahrung von “Wasserunterwelten.”
6,100
초록보기
Fur diejenigen, denen nichts im Leben erlaubt zu sein scheint, gibt es wenig Möglichkeiten, ihre eigene Existenz zu beweisen, und auch diejenigen, die in der heutigen Zeit sozial schwach gestellt sind, haben wenig Mittel, um gegen Unrecht zu kämpfen. Die Extremform des rechtelosen Lebens war der‚Homo sacer‘ der Antike, den paradoxerweise zwar jeder straflos töten konnte, der aber nicht als Opfer fur die Götter ausgewählt werden durfte. Die vorliegende Arbeit behandelt die Frage, welche Reaktionen auf das sogenannte nackte Leben möglich sind. Statt des Homo sacer steht die sophokleische Antigone im Mittelpunkt des Interesses. Antigones Protest gegen Kreon, den König von Theben, provoziert mehrere Suizide. Dem ‚Eigensinn‘ kommt in der Tragödie eine uberragende Bedeutung zu, da der Eigensinn - selbst wenn er den Tod zur Folge hat - fur Antigone das einzige ist, was sich gegen die Übermacht Kreons anfuhren lässt. Antigone lässt sich als Prototyp einer ‚eigensinnigen Frauenfigur‘ auffassen. Diese Kategorie lässt sich durch Beispiele der Bruder Grimm und Alexander Kluges weiterveranschaulichen. Es wird dafur argumentiert, dass sich die eigensinnigen Figuren eine Form von Antirealismus zu Nutze machen, um einer Wirklichkeit, die die Wurde des Menschen verachtet, mit Leugnung zu begegnen.

안드레아스 크리겐부르크의 <현자 나탄> - 이미지의 구현과 상상력의 매개방식에 주목하여

이숙경 ( Lee Suk-kyung )
한국독일어문학회|독일어문학  82권 0호, 2018 pp. 151-175 ( 총 25 pages)
6,500
초록보기
Die vorliegende Studie untersucht die experimentellen Elemente von Andreas Kriegenburgs Nathan der Weise-Inszenierung. Die Auffuhrung vermittelt auf prägnante Weise Bilder und zielt stark auf die Einbildungskraft. Das Publikum wird dazu veranlasst, die behandelten Themen mit bekannten Filmszenen oder visuellen Versatzstucken zu assoziieren, was in neuen Kombinationen resultiert, die wiederum Anlass zu Reflexionen geben können. Andreas Kriegenburg hat kein Interesse, die Wirklichkeit direkt abzubilden. Er legt viel Wert darauf, im geschlossenen Raum eine poetische Gegenwelt zu entwerfen. Außerdem machen die Gestaltung der Buhne und die Darbietungen der SchauspielerInnen auf selbstreflexive Weise den spielhaften Charakter der Auffuhrung bewusst. Schließlich wird die Einbildungskraft des Publikums auch dahingehend herausgefordert, dass eine Zukunft imaginiert werden soll, die die bösen Geister der Vergangenheit hinter sich lässt und eine Gesellschaft in friedlicher Koexistenz ermöglicht.

‘걸림돌’을 둘러싼 논란

이홍경 ( Yi Hong-kyung )
한국독일어문학회|독일어문학  82권 0호, 2018 pp. 177-196 ( 총 20 pages)
6,000
초록보기
Die Stolpersteine sind ein dezentrales Mahnmal, das in Deutschland und anderen Ländern Europas verbreitet ist. Es handelt sich um im Boden verlegte Messing-Gedenktafeln, die an die Opfer des Nationalismus erinnern sollen. Das Stolperstein-Projekt erfährt erhebliche Beachtung, wobei es nicht nur unterstutzt sondern auch abgelehnt wird. Die vorliegende Arbeit will die kontroversen Diskussionen uber die Verlegungen der Stolpersteine im öffentlichen Raum untersuchen. Die Arbeit gliedert sich in vier Kapitel. Zuerst werden der Konflikt mit dem Kölner Finanzamt und die Kritik an der Ökonomisierung der Stolpersteine diskutiert. Dann stehen die Vorwurfe im Mittelpunkt des Interesses, die den auf manchen Tafeln verwendeten Nazi-Jargon betreffen. Als Drittes geht es um die Karlsruher, Wuppertaler und Augsburger Diskussionen uber den Opferbegriff. Sie gelten der Frage, fur wen die Stolpersteine eigentlich verlegt werden. Das letzte Kapitel konzentriert sich auf Munchen, wo besonders große Uneinigkeit herrschte und wo schließlich keine Tafeln auf öffentlichem Grund installiert wurden. Es gilt festzuhalten, dass die Auseinandersetzungen rund um die Stolpersteine zur lebendigen Erinnerungskultur uber den Holocaust beigetragen haben.

괴테의 하피즈 사랑 시 읽기 - 하이데거의 사랑-존재 개념을 매개로

홍순희 ( Hong Sunhi )
한국독일어문학회|독일어문학  82권 0호, 2018 pp. 197-222 ( 총 26 pages)
6,600
초록보기
Der erste Zweck dieser Arbeit ist es, Hafiz, einen der beruhmtesten Sufi-Dichter Persiens durch Goethe, einen der besten Dichter in Europa einem koreanischen Leserkreis vorzustellen. Hafiz hat durch den Divan, der zuerst ins Englische und dann ins Deutsche ubersetzt wurde, in Europa insbesondere seit dem Ende des 18. Jahrhunderts einen hohen Bekanntheitsgrad. Johann Wolfgang von Goethe war einer der ersten deutschen Dichter, den die Arbeiten von Hafiz begeisterten. Er verstand sich gewissermaßen als Schuler von Hafiz und als Anhänger von dessen ‘Religion der Liebe’. Der zweite Zweck besteht darin, die ‘Liebe’ in Verbindung mit Martin Heideggers Begriff des Seins und den Hafizschen sowie den Goetheschen Vorstellungen zu diskutieren. Nach Heidegger Liebe als Sein ist das Verzwingendste und zugleich die Befreiung. Die Liebe als Sein setzt den physischen Akt voraus. Es waren Hafiz und Goethe, deren Lebensweise und Werk diesem Aspekt Geltung verliehen. Eine weitere Voraussetzung fur die Liebe im absoluten Sinn ist die Selbstvergessenheit. Hier gibt es interessante Parallelen zu Rauschzuständen, wie sie religiöse Praktiken oder Alkoholkonsum verursachen können. Wenn die Geliebten im Zustand der Selbstvergessenheit wären, könnten sie sich davon keinen Unterschied machen, ob sie Wein trinken, sich lieben, oder mit Gott vereinigen. Es ist den Geliebten sozusagen Condition sine qua non, besonders in der Betrunkenheit durch Selbstvergessenheit zu sein. Bevor die Geliebten ganz betrunken sind und sich am freisten lieben, ist es ihnen unvermeidlich, dass sie irgendwie verzwungen werden mussen. Das Verzwingendste und zugleich die Befreiung sind in diesem Zusammenhang ein und dasselbe. Ohne das Verzwingendste lässt es sich nicht befreien und ohne Befreiung ist das Verzwingendste dabei nichts zu machen.
1